05. September 2009:

"Teschner is back" kommentierte ein Nationalkader-Teammitglied meinen Erfolg beim ETU-Cup in Bled/Slowenien! Unter 85 Nationalkaderathleten aus 13 EU-Ländern erzielte ich den 5. Platz, eine außerordentliche Leistung, nach so langer Verletzungspause. Als zweitbester Deutscher kam ich als Siebter aus dem Wasser und stieg als Dritter aufs Rad. Es waren zwei Runden mit einem langen und steilen Berganstieg zu bewältigen und nach jeder Bergankunft war das Feld nur mehr etwa halb so groß. Beim abschließenden Lauf musste ich dann doch feststellen, dass mir etwa 700 Laufkilometer und Tempohärte fehlen, bin aber mit meinem Resultat sehr zufrieden und blicke mit großer Zuversicht in die nächste Saison.                           

30. August 2009:

Zur Vorbereitung auf den Europacup in Slowenien bestreite ich den Scheunenhof-Triathlon in Nordhausen/Thüringen. Die Form passt und der Gesamtsieg stärkt mein Selbstvertrauen.      

02. August 2009:

Fit und gut erholt gehe ich an den Start. Beim Schwimmen fehlen mir nur ein paar Sekunden auf die erste Radgruppe, doch ich fühle mich noch nicht stark genug um nachhaltig und aggressiv nachzusetzen und auch beim abschließenden Laufen merke ich die noch fehlende Tempohärte. Aber mein Ziel, mit Rang 15 in die Punktewertung zu kommen, habe ich immerhin erreicht und darauf bin ich durchaus stolz! 

Am 5. September bin ich von Bundes-Nachwuchstrainer Ralf Schmiedeke für den Junioren-Europacup in Slowenien gesetzt. Bis dahin werde ich weitgehend zu meiner alten Form zurückgefunden haben. Ich freue mich schon auf den Vorbereitungslehrgang am Olympiastützpunkt in Saarbrücken und danke allen Verantwortlichen, für das in mich gesetzte Vertrauen.

Stefan gratuliere ich an dieser Stelle nochmals zur WM-Nominierung.                   

30. Juli 2009:

Da es mir etwas besser geht, fahren wir kurzentschlossen nach Saarbrücken.           

27. Juli 2009:

Die Erkältung sitzt hartnäckig fest, kurzfristig sage ich das Trainingslager im Olympiastützpunkt Saarbrücken ab und suche erst einmal einen Arzt auf. Danach überredet mich mein dad zu einer lockeren Radausfahrt um mich auf positivere Gedanken zu bringen. Am Abend bekomme ich die Ergebnisse der Blutuntersuchung, zum Glück handelt es sich "nur" um eine Virusinfektion.      

25. Juli 2009:

Zu den Halsschmerzen gesellen sich Husten und Schnupfen, ich fühle mich matt und elend, der Start bei der DM ist gefährdet.

24. Juli 2009:

Halsschmerzen lassen nichts Gutes ahnen.   

23. Juli 2009:

Auf dem Programm stehen 6 Tempoläufe a 1.000 m in jeweils 3:10 Minuten. Tagsüber ist die Hitze unerträglich, so warte ich bis zum Abend. Trotz eines heftig einsetzenden Gewitters ziehe ich die Läufe planmäßig durch und freue mich darüber, wie leicht es mir fällt.                 

19. Juli 2009:

Der Gesamtsieg in Waging am See gibt mir mein Selbstvertrauen zurück. Mit Freunden aus Jena geht es nun in die vierte Belastungswoche und ab 27. Juli trainieren wir bis zur DM am Olympiastützpunkt in Saarbrücken.                       

18. Juli 2009:

Zehn harte aber lohnende Trainingstage im Bundesleistungszentrum Kienbaum lassen mich hoffen. Klaus-Peter Justus holt das Maximale aus mir heraus, ist mit meinen Fortschritten sehr zufrieden. Mehr ist nach einer so langen Trainingspause nicht zu machen. Der Fokus richtet sich auf die Deutschen Meisterschaft in Merzig am 2. August, alles Andere muss sich unterordnen, Ferien gibt es in diesem Jahr nicht. Aus dem Training heraus und nach anstrengender Heimfahrt von Berlin will ich heute einen Wettkampf in Seeon im Chiemgau bestreiten. Leider wird die Veranstaltung wegen des Dauerregens und der durchziehenden Gewitter kurzfristig abgesagt. Der Veranstalter des Waginger See Triathlon ist so freundlich, mich am Sonntag starten zu lassen um meine Form testen zu können.                            

08. Juli 2009:

Es geht voran und ich komme immer besser in Form. Hosen, die ich schon ausmustern wollte, passen wieder. Mittlerweile schwimme ich wieder bis zu 5 km pro Trainingseinheit und das Wassergefühl kommt langsam zurück. Auf meinem Corratec-Wettkampfrad spüre ich kaum die Belastung einer langen GA-1 Ausfahrt zum Pillersee in Tirol. Auch die langen Laufeinheiten mit Fahrtspiel und dreiminütigen Tempoverschärfungen fallen mir erstaunlich leicht. Klaus-Peter Justus` für mich maßgeschneiderten Trainingsplan setze ich auch in dieser Woche 1:1 um. Ab heute bin ich mit dem Landeskader Thüringen zehn Tage im Bundesleistungszentrum Kienbaum bei Berlin. Hier wird sich im direkten Vergleich mit ausgezeichneten Schwimmern und Läufern zeigen, wie fit ich derzeit wirklich bin. Danach werden der Trainer und ich entscheiden, ob ich bereits am 18. oder 19. Juli einen kleinen Testwettkampf bestreiten kann.               

26. Juni 2009:

Yes, I can. Zu meiner großen Überraschung kann ich das volle Trainingspensum in Jena mit 15 Schwimmkilometern mitmachen, habe schon wieder eine gute Wasserlage und gewinne deutlich an Muskulatur und Kraft. Klar ist mein Puls noch etwas höher als normal, aber das Gefühl, mit den Trainingskameraden wieder auf einer Bahn schwimmen zu dürfen, gibt mir Auftrieb. Am Samstag steht Koppeltraining im GA-1 Bereich auf dem Programm. Je nachdem wie ich mich dabei fühle, erhalte ich danach einen individuell auf mich abgestimmten Trainingsplan, den ich bis 5. Juli mit meinen Freunden am Chiemsee umsetzen werde.               

23. Juni 2009:

Endlich Ferien. Mein Rennrad und ein paar Trainingsutensilien deponiere ich bei Tom in Jena, er wohnt in der Nähe des Bahnhofs. Von dort nehme ich für einen Kurztrip in die Heimat den ICE über München nach Rosenheim, besuche meinen Opa und bin anschließend bei meinem Physiotherapeuten, Bernd Rose, zur Einweihung seiner Praxisräume in Prien am Chiemsee eingeladen. Ansonsten war für Freitag Regeneration angesagt, da ich mich sehr langsam an intensivere Trainingseinheiten herantasten soll. Beim Schwimmen am Samstag im "Prienavera" habe ich bereits deutlich mehr Zug in den Armen als an den Tagen zuvor, darf aber nicht mehr als 2 km schwimmen. Anschließend lockert Bernd meine vom langen Tragen des Rucksackverbandes verspannte Nackenmuskulatur und am Nachmittag drehe ich mit dem MTB eine meiner Lieblingsrunden zum Walchsee in Tirol. Der Trainingsplan sieht für Sonntag schon wieder Regeneration vor, ich fühle mich aber topfit, würde gerne trainieren und rufe Klaus-Peter Justus in Jena an. Erwartungsgemäß muss ich die Pause einhalten und meine Kräfte für das einwöchige Trainingslager in Jena sparen. Dafür mache ich mentales Training, sehe mir die Übertragung des Triathlon-Weltcup in Washington im Fernsehen an und freue mich über die Topresultate von Maik Petzold, Jan Frodeno und Steffen Justus.                                  

16. Juni 2009:

Erste Schwimmeinheit nach sieben Wochen, vorsichtig teste ich alle Schwimmstile, taste mich langsam an die Bewegungen heran, das Wassergefühl fehlt vollends, dennoch wird es Bahn für Bahn geschmeidiger, nach einem Kilometer breche ich ab, mache mit Aqua-Jogging und Lauf-ABC im Wasser weiter. Laufen geht schon wieder etwas besser, auch der Kreislauf stabilisiert sich. Mit Fabian durfte ich die ersten 8 km laufen und mit Robert bin ich am Wochenende schon wieder etwas Rad gefahren. Mit Wehmut verfolge ich die Ergebnisse der ersten DTU-Wettkämpfe in Halle und Flensburg, gratuliere Stefan, Steven, Michael und Dominik zur EM-Qualifikation - Respekt Jungs, ich drücke euch fest die Daumen!                

09. Juni 2009:

Eine halbe Stunde locker auf der Rolle, Puls ungewohnt hoch, dennoch enorme Glücksgefühle und positive Gedanken. Mein Körper verlangt nach Schlaf und ich lege mich erst einmal eine Stunde ins Bett. Am Nachmittag holt mich Klaus-Peter Justus zur ersten kleinen Laufeinheit ab, wir joggen 5 km durch den Park und brauchen dafür fast 30 Minuten. Dennoch geht es besser als erwartet und ich freue mich, keine Schmerzen zu verspüren. Mit dem Schwimmtraining darf ich kommende Woche beginnen, danach sind vier Trainingslager in Jena, Bernau am Chiemsee, Kienbaum und Saarbrücken geplant. Mit etwas Glück werde ich am 2. August an der Deutschen Meisterschaft in Merzig teilnehmen können. Allein der Gedanke daran lässt mich innerlich jubeln.            

02. Juni 2009:

Heute ist ein guter Tag! Aber hinter mir liegen fünf Wochen Hölle. Deshalb hatte ich auch keine Lust etwas auf die HP zu stellen. Was war passiert? Am 28. April, also heute vor fünf Wochen, bin ich am Ende einer Trainingsausfahrt mit dem Fahrrad gestürzt. Es begann heftig zu regnen und wir wollten schnell nach Hause. Wir fuhren in hohem Tempo auf einem Radweg, der im spitzen Winkel in eine Hauptstraße einmündet. Als ich mich zweimal kurz nach dem Verkehr umsah, krachte ich ungebremst in eine am Boden liegende Radwegabsperrung, die wegen der schlechten Sicht kaum zu erkennen war. Mit der Diagnose "Anbruch des Schlüsselbeins" brach für mich erst einmal eine Welt zusammen, da ich mir für diese Saison aufgrund meiner guten Trainingsleistungen viel vorgenommen hatte. Ich kämpfte tagelang mit Gefühlsschwankungen und es machte mir kräftig zu schaffen, weil ich glaubte, die Erwartungen vieler Menschen enttäuscht zu haben. Also wollte ich schnell wieder fit werden und mutete mir wohl zu viel zu, was mir wegen der starken Schmerzmittel gar nicht auffiel. Nach 14 Tagen wachte ich mit Schmerzen auf, das Schlüsselbein war nun ganz durchgebrochen. Wer Leistungssport betreibt weiß, wie einen das psychisch runterzieht, durch welche Hölle man in den Wochen des totalen Sportentzugs geht, welche Gedanken einem durch den Kopf gehen. Klar könnte man sagen: "Dann mach halt mehr für die Schule oder spiel wieder mehr Gitarre". Aber du bekommst den Kopf einfach nicht frei und bist unfähig, dich zu konzentrieren.

Aber wie gesagt, heute ist ein guter Tag und ich könnte die Welt wieder umarmen. Der Arzt hat mir heute gesagt, das Schlüsselbein wäre gut zusammengewachsen und ich könne langsam wieder mit leichtem Training beginnen.

Ich danke allen, die mir durch diese schwere Zeit halfen und die weiter an mich glauben:

Trainer Klaus-Peter Justus, Bundes-Nachwuchstrainer Ralf Schmiedeke, meine Freunde, Trainingspartner und Eltern, die in den vergangenen Wochen mit mir mitfühlten und die versuchten, mir Trost zu geben.